Agrarhistorisches Museum Emmelshausen

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Das Museum gibt einen Einblick in die Entwicklung der Landwirtschaft vor der Wende zum Maschinenzeitalter und die Lebens- und Arbeitsweise der damals in der Landwirtschaft tätigen Menschen. Der Schwerpunkt liegt in der Darstellung der Entwicklung landwirtschaftlicher Handarbeitsgeräte von der Steinzeit bis heute.

Die Sammlung ist auf rund 3500 Exponate angewachsen. Das Museum zeigt die landwirtschaftlichen Geräte von der Bodenbearbeitung über das Säen und Ernten bis zum Dreschen und die Handarbeitsgeräte in Küche und Stall. Das Mähen mit der Sense und das Arbeiten mit dem Dreschflegel soll besonders der jüngeren Generation eine Vorstellung vermitteln, wie unsere Vorfahren gelebt, gearbeitet und gewirtschaftet haben. Flachs wurde im Hunsrück angebaut. In einer anderen Halle wird die Verarbeitung mit Handgeräten bis zum Leinen dargestellt.
Die Inneneinrichtung der Dorfschmiede stammt aus Langscheid, 1916 dort eingerichtet. In einem von Idealisten errichteten Schmiedegebäude sind die vielseitigen Geräte darin einsatzbereit untergebracht.

Der Backes stammt aus Ehr und wurde 1991 im Museum unter Anleitung von Beller Ofenbauern mit dem alten Material wieder aufgebaut.
Ein Lehrbienenstand und eine Wagner-/ Stellmacherwerkstatt runden das Bild ab. Seit 2008 gehört auch das alte Forsthaus aus 1923 zum Museumsareal, dort war zuvor das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) und die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz untergebracht.

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Bedeutung der Sammlung

Die Bedeutung und Herkunft der Sammlung landwirtschaftlicher Handgeräte

Der Übergang von landwirtschaftlichen Handgeräten zu landwirtschaftlichen Maschinen in der Landtechnik hat das Gesicht der deutschen Landwirtschaft so gründlich verwandelt, dass sich die junge Generation nicht mehr vorstellen kann, wie ihre Großväter und Urgroßväter gelebt, gewirtschaftet und gearbeitet haben. Die landwirtschaftliche Handgerätesammlung soll einen Einblick in die Entwicklung der Landwirtschaft vor der Wende zum Maschinenzeitalter und die Lebens-, Wirtschafts- und Arbeitsweise der damals in der Landwirtschaft tätigen Menschen geben. Die Bedeutung der Handgerätesammlung aus kultureller Sicht, ihre Herkunft, Entwicklung und Zielsetzung ist ausführlich in Band 1 der „Hünsrücker Blätter“ beschrieben. Hier geben wir Ihnen nur einen kurzen Überblick.

Die besondere kulturelle Bedeutung der Sammlung liegt in der Darstellung der vertikalen Entwicklung landwirtschaftlicher Handarbeit von der Steinzeit bis heute. Die Handgeräte aus der Zeit vor Mitte des 19. Jahrhunderts sind meist als Modell oder in Bildform dargestellt. Die später entwickelten Geräte sind im Orginal zu sehen.Die Sammlung stammt aus westdeutschen Gebieten -überwiegend aus dem Rheinischen Schiefergebirge.

Sie ist in folgendem Zeitraum entstanden:

Ab 1922 beginnen Prof. Derlitzky, Dr. Schmidt und Dr. Weber an der Forschungsanstalt für Landwirtschaftlichelehre in Pommritz (Sachsen) mit der systematischen Sammlung von Handarbeitsgeräten aus der Landwirtschaft

1923 erhält Dipl. Landwirt Steinmetz von Prof. Seedorf an der Universität Göttingen den Forschungsauftrag: „Die Landarbeit mit Gerätschaften vor allem im südwestdeutschen Raum“ zu dokumentieren.

1939 wird die Steinmetz-Sammlung (ca. 1600 Einzelstücke) mit der Handgerätesammlung der Firma Wolf-Geräte, Betzdorf, zusammengeführt.

1954 wird die Sammlung Wolf-Seinmetz aufgeteilt. Etwa ein Drittel erhält das Institut für Technik im Gartenbau-Hochschule Hanover, den Rest das Max-Planck-Institut in Bad Kreuznach.

1978 wird das Max-Planck-Institut, Bad Kreuznach, aufgelöst. Das Staatliche Seminar für landwirtschaftliche Lehr- und Beratungskräfte in Emmelshausen übernimmt für das Land Rheinland-Pfalz die landwirtschaftliche Handgerätesammlung.

1988 erhält das Staatliche Seminar einen Teil der Göttinger Sammlung auf 1926 zur Ergänzung übereignet.

1991 besitzt das Staatliche Seminar Emmelshausen ca. 3500 landwirtschaftliche Geräte. Neu hinzugekommen sind zwei weitere Attraktionen: „Die alte Dorfschmiede aus Langscheid und das Backhaus aus Ehr.“

Bis in die fünfziger Jahre wurde die Landarbeit in erster Linie mit Handgeräten verrichtet, bevor die Feldarbeit durch den Einsatz von gespann- oder schleppergezogenen Landmaschinen stark erleichtert wurde.

Handarbeitsgeräte haben jedoch nie an Bedeutung verloren, da sie als verlängerter Arm dem Menschen auch heute noch die Arbeit stark erleichtern, verbessern und auch beschleunigen.

Aus diesem Grund ist es unbedingt notwendig, dass eine solche entwicklungsgeschichtlich und kulturhistorisch wertvolle Sammlung landwirtschaftlicher Handgeräte für unsere Nachfahren erhalten bleibt.

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